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Der rot eingekreiste Bereich muss möglichweise geräumt werden
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Evtl. Bombenentschärfung am 26.März in Hannover/Linden-Süd

Hannover – Kampfmittelverdacht in Hannovers Stadtteil Linden-Süd
Luftbildauswertungen seitens des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Niedersachsen sowiegroßflächige technische Sondierungsmaßnahmen haben auf
dem ehemaligen Parkplatz Stadionbrücke im Hannoverschen Stadtteil Linden-Süd gezeigt, dass es sich auf dem Gelände an mehreren Verdachtspunkten um
Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte. Zurzeit besteht keine Gefahr für die Anwohnerinnen und Anwohner, die Verdachtspunkte müssen
jedoch weiter erkundet werden. Das ehemals als Parkplatz genutzte Grundstück an der Stadionbrücke, auf dem sich die Kampfmittelverdachtspunkte befinden,ist im städtischen Besitz und soll vomHannoverschen Sportverein von 1896 e.V. bebaut werden. Hannover 96 plant dort die
Errichtung eines Sportzentrums. Bereits Ende des Jahres 2016 erfolgten großflächige technischeSondierungsmaßnahmen, bei denen im Ergebnis drei Kampfmittelverdachtspunkte
lokalisiert wurden. Aufgrund der nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführten Geländeaufschüttung befinden sich die Verdachtspunkte zwischen acht und zehn
Metern Tiefe im Erdreich. Die Freilegung der Verdachtspunkte ist technisch sehr anspruchsvoll und mit einem hohen Material- und Zeitaufwand verbunden, zumal für
jeden Verdachtspunkt Tiefbauschächte erschütterungsfrei hergestellt werden müssen. Die erforderliche Freilegung soll zunächst bis auf einen Meter oberhalb der
Verdachtspunkte herangeführt werden, um weitere Sondierungen durchführen zu können.
Sollte sich hierbei herausstellen, dass ein Kampfmittelfund ausgeschlossen werden
kann, werden die für eine Entschärfung notwendigen Maßnahmen aufgehoben. Erhärten
sich hingegen die Anhaltspunkte, so müssen die Verdachtspunkte vollständig freigelegt
werden.

Eine solche Öffnung ist zwingend mit einer Evakuierungsmaßnahme verbunden, die sich auf
einen Sicherheitsradius von 1.000 Meter bezieht, in dem ca. 15.600 Einwohnerinnen und
Einwohner leben. Anteilig betroffen von diesem Sicherheitsradius sind die Statteile Linden-Süd,
Linden-Mitte, Calenberger Neustadt sowie Ricklingen. Besondere Einrichtungen innerhalb des
Sicherheitsbereiches sind unter anderem das Stadionbad, die Hochschule Hannover, ein
Altenheim, verschiedene Hotels, das Bahngelände Fischerhof, eine Jugendherberge, zwei
Flüchtlingswohnheime, der Olympia-Stützpunkt sowie die Swiss Life Hall.
Für das in unmittelbarer Nähe befindliche KRH Klinikum Siloah wird in Abstimmung mit dem
Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen eine besondere Schutzmaßnahme umgesetzt.
Diese ermöglicht es, auf eine Räumung des Krankenhauses zu verzichten. Dadurch lassen sich
enorme Belastungen und eine mögliche Gefährdung für Patienten vermeiden, die sonst durch
eine Evakuierung des Krankenhauses und die damit verbundenen Transporte in andere
Behandlungseinrichtungen entstehen. Als besondere Auflage wurde festgelegt, um die
Verdachtsstellen eine vierstöckige, etwa 35 Meter lange Containerwand aufzubauen, die bei
einer eventuell erforderlichen Sprengung von Bombenblindgängern einen wirkungsvollen
Splitterschutz darstellt.

Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung werden im Zeitraum der Maßnahme alle Räume im KRH
Klinikum Siloah, die eine Außenwand zur Verdachtsstelle haben, geräumt werden. Davon
betroffen sind 50 Patientenzimmer, zwei OP-Säle und mehrere Diensträume. Durch den langen
Vorlauf wird es möglich sein, die Belegung in diesen Bereichen so zu regeln, dass an dem
betreffenden Tag die Auswirkungen für die Patientinnen und Patienten kaum spürbar sein
werden. Angehörige werden um Verständnis gebeten, dass an diesem Tag grundsätzlich keine
Besuche möglich sind.
Für den kompletten Zeitraum der Einrichtung eines Sicherheitsbereiches werden Ärztinnen und
Ärzte, Pflegekräfte, medizinisches und technisches Personal in ausreichender Zahl anwesend
sein, so dass das KRH Klinikum Siloah den ganzen Tag über autark arbeiten kann und die
Patientenversorgung zu jeder Zeit sichergestellt ist.
Darüber hinaus werden im Klinikum Siloah derzeit Vorbereitungen getroffen, dass das
Krankenhaus für den Zeitraum der Einrichtung eines Sicherheitsbereiches autark arbeiten kann.
Es werden auch Regelungen erforderlich, wie mit außergewöhnlichen Situationen, zum Beispiel
einem Feueralarm, umzugehen ist.

Als möglicher Termin für die Kampfmittelbeseitigung und der damit verbundenen Evakuierungdes Sicherheitsbereichs wurde zwischen dem Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen,
der Polizeidirektion Hannover, dem Klinikum Region Hannover, Hannover 96 und der
Landeshauptstadt Hannover einvernehmlich Sonntag, 26.03.2017 festgelegt.

Den Sicherheitsbereich innerhalb des Evakuierungsradius müssen dann alle Personen
verlassen, die sich dort aufhalten. Einen Kartenausschnitt mit dem Evakuierungsradius sowie
eine Liste der betroffenen Straßen, Wege und Plätze sind dieser Information beigefügt. Die
betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner müssen um 09:00 Uhr ihre Wohnungen verlassen.
Gehbehinderte Personen können unter der Rufnummer 19222 einen Krankentransport
anfordern. Dieser Personenkreis wird gebeten, notwendige Transporte rechtzeitig vor dem 6.03.2017 anzumelden, damit die Feuerwehr die erforderliche Anzahl von Transportfahrzeugen bereitstellen kann.

2017-03-26-KMB-Straßenliste Sperrbereich-V01

Für Fragen steht ab sofort ein Bürgertelefon unter der Rufnummer 0800 – 731 31 31 zu den
folgenden Zeiten zur Verfügung:
• Montag bis Freitag von 09:00 bis 16:00 Uhr sowie
• Samstag, 25.03.2017 von 09:00 bis 16:00 Uhr und
• Sonntag, 26.03.2017 von 07:00 Uhr bis zum Abschluss aller Maßnahmen
Für die Kampfmittelbeseitigungsmaßnahme werden alle im Sicherheitsbereich betroffenen
Haushalte am Samstag, 11.03.2017 mit mehrsprachigen Informationsblättern in deutscher,
englischer, türkischer sowie russischer Sprache und über die Warn-App KATWARN informiert.
Aktuelle Hinweise erhalten Sie über die Internetportale der Landeshauptstadt Hannover
(www.hannover.de) sowie der Feuerwehr Hannover (www.feuerwehr-hannover.de).
In den sozialen Medien informiert die Landeshauptstadt Hannover über das Twitter-Profil
@hannover mit #hannbombe sowie auf der Facebookseite facebook.com/lhhannover.

HCN/bs

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