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Auftaktveranstaltung in Kiel. (Foto: Die Humanisten)
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Aktion gegen Homöopathie: Hannover in diesem Jahr erstmals dabei

Hannover – Jedes Jahr findet am 23. Oktober traditionell der Tag der Homöopathiekritik statt. In diesem Jahr werden sich erstmals auch Mitglieder der Partei der Humanisten in Hannover beteiligen. Sie werden um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof große Mengen homöopathischer Medikamente einnehmen, die angeblich wie Arsen, Quecksilber, Schwefel oder Tollkirsche wirken, um zu zeigen: Da ist nichts drin! Insgesamt gibt es in diesem Jahr Aktionen in mehr als 15 deutschen Städten, koordiniert über das Portal www.10hoch23.de.

„Jedes wirksame Arzneimittel erregt im menschlichen Körper eine Art von eigener Krankheit“ erklärte Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, das Konzept einst. Die Humanisten nehmen ihn beim Wort. 

Denn leider ist es ihm eben nicht gelungen, wirksame Medikamente zu entwickeln, die seinem eigenen Anspruch gerecht werden.

In der forschenden Medizin ist man sich schon lange einig: Homöopathie kann nicht funktionieren. Eine Verdünnung von mehr als 1:10²³ ist nicht möglich. Bei einer weiteren Verdünnung mit Wasser sind keine Wirkstoffe mehr in der Lösung. In homöopathischen Medikamenten wird diese physikalische Regel jedoch regelmäßig gebrochen.

Die Naturgesetze werden sogar auf den Kopf gestellt: Je höher die Verdünnung, desto größer die behauptete Wirkung. Begründet wird das mit dem angeblichen Gedächtnis des Wassers. Belegen lässt sich diese Behauptung allerdings nicht.

Bei der Aktion geht es nicht um ein Verbot der Globuli: „Das sind nur Zuckerkugeln. Natürlich kann jeder davon soviel essen, wie er möchte,“ 

erklärt Christoph Zeitschel aus dem Informationsnetzwerk Homöopathie (INH). „Es geht darum, die falschen Versprechen zu widerlegen. Nur informierte und aufgeklärte Menschen können selbst entscheiden, was gut für sie ist.“ Deswegen fordert er mit der Partei der Humanisten auch ein Ende der Krankenkassenförderung von Homöopathie. „Außerdem gehört Zucker in den Supermarkt, nicht ins Apothekenregal.“

Die Aktionswochen werden dabei in diesem Jahr federführend von der Partei der Humanisten, der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (gwup) und dem Informationsnetzwerk Homöopathie auf www.10hoch23.de organisiert. 

Unterstützt werden sie von zahlreichen Verbraucherschützern und Privatpersonen. In Niedersachsen sind außerdem Aktionen in Oldenburg und Göttingen geplant.

Der 23.10. bildet traditionell den Kern der Aktionen. In diesem Jahr ist das Konzept etwas lockerer: Einige Youtuber verspeisen schon seit Wochen täglich Dosierungen, die weit über die empfohlenen fünf Kügelchen hinaus gehen. Den Auftakt der Überdosierungen hat am vergangenen Wochenende Kiel gemacht:

Auch dort haben sich mehr als zehn freiwillige Probanden gefunden, um gemeinsam Globuli-Fläschchen zu leeren. Passiert ist dabei, natürlich, nichts.

HNC/jp

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