Start > Dies und Das > Alltags Tipps für Hannover > Hebammenzentrale: Für eine bessere Hebammenhilfe in der Region
Die angespannte Hebammenversorgung in der Region entschärfen: Dr. Mustafa Yilmaz (v. links), Leiter des Gesundheitsamtes der Region, Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Gesundheit, Sicherheit, IT und EU-Angelegenheiten der Region Hannover, Veronika Bujny, Vorsitzende Hebammenverband Niedersachsen e.V., Hebamme Christina Aust, Leiterin der Hebammenzentrale Region Hannover, und Uta Engelhardt, Landesgeschäftsführerin pro familia Niedersachsen e.V., zum Start der Hebammenzentrale (Foto: Region Hannover)
Alltags Tipps für Hannover

Hebammenzentrale: Für eine bessere Hebammenhilfe in der Region

Region Hannover, pro familia Niedersachsen und der Hebammenverband Niedersachsen starten Hebammenzentrale

Hannover – Sie beraten während der Schwangerschaft und unterstützen bei der Vorbereitung auf die Geburt – Hebammen sind wichtige Begleiterinnen für werdende Mütter.

Jede Frau hat einen gesetzlichen Anspruch auf die Hilfe einer Hebamme, doch diese sind rar: Viele Schwangere haben große Mühe, eine Hebamme zu finden, die verfügbar ist.

Die Region Hannover startet jetzt gemeinsam mit pro familia Niedersachsen e.V. und dem Hebammenverband Niedersachsen e.V. eine Hebammenzentrale, die die Versorgung von Schwangeren und jungen Familien verbessern soll.

„Die Hebammenzentrale wird dazu beitragen, die angespannte Versorgungssituation von werdenden Müttern und Familien in der Region deutlich zu entschärfen“, so Cora Hermenau, Dezernentin für Öffentliche Gesundheit, Sicherheit, IT und EU-Angelegenheiten der Region Hannover.

„Hebammen stärken Familien in dieser aufregenden Umbruchphase nachhaltig – wir wollen allen werdenden Müttern in der gesamten Region die Teilhabe an diesem präventiven und gesundheitsfördernden Angebot ermöglichen.“

Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Gesundheitsamtes der Region Hannover, ergänzt: „Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung sind aus medizinischer Sicht wichtige Aufgaben, die dem Kind die besten gesundheitlichen Voraussetzungen auf den Lebensweg geben und damit die Lebensqualität von jungen Familien steigern.“

Die Hebammenzentrale, die jetzt offiziell an den Start geht, bündelt und vermittelt Hebammenhilfen, berät Hebammen, die in die Freiberuflichkeit (wieder) einsteigen wollen und ist Ansprechpartnerin für werdende Familien rund um die Suche nach einer Hebamme.

Die Internetseite der Zentrale soll zur übersichtlichen Hebammenbörse werden: Hier können sich alle freiberufliche Hebammen aus der Region mit ihren freien Kapazitäten registrieren.

Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt, die Evaluation während der Projektlaufzeit soll Daten über die aktuelle Versorgungssituation in der Region Hannover und damit Impulse für künftiges Arbeiten liefern.

Die Region übernimmt die Kosten von 360.000 Euro, der Hebammenverband Niedersachsen begleitet die Hebammenzentrale konzeptionell, pro familia Niedersachsen übernimmt die Trägerschaft.

„Wir haben zum einen das nötige Know-how und können zum anderen unsere Erfahrungen in der Schwangeren-beratung einbringen“, sagt Landesgeschäfts-führerin Uta Engelhardt von pro familia.

„Mit der Zentrale unterstützen wir die Ziele des Hebammenverbandes und können unsere bestehenden Beratungsangebote und Netzwerke zielgerichtet einbringen. Damit schaffen wir einen transparenten Überblick über die Angebote für Familien vor und nach der Geburt in der Region Hannover. Das hilft den schwangeren Frauen.“

Ein weiterer Partner ist der Hebammenverband Niedersachsen e.V., der bereits einige Hebammenzentralen in Niedersachsen erfolgreich begleitet.

„Der Hebammenmangel verschärft sich zunehmend angesichts der steigenden Geburtsrate. Hinzu kommt, dass viele der älteren Hebammen in den Ruhestand gehen. Dieser Notstand schlägt zurück auf die Eltern, die keine Hebamme mehr finden“, so Veronika Bujny, Vorsitzende des Verbandes.

Die Zentrale trägt dazu bei, dass die Hebammenleistungen besser verteilt werden können und Eltern eine zentrale Ansprechpartnerin für ihre Suche haben, ist sich Bujny sicher.

Die Leitung der Hebammenzentrale liegt in den Händen der Hebamme Christina Aust, die zusammen mit ihren Kolleginnen Nina Obermayer und Christina Reinartz die telefonischen Sprechzeiten – täglich sechs Stunden – der Zentrale betreut.

Frauen und Familien bekommen hier Hilfe, wenn sie Fragen zur Hebammenhilfe haben oder einen Platz in einem Geburtsvorbereitungs- oder Rückbildungskursus suchen.

Hebammen erhalten Unterstützung etwa zu Fragen rund um die Freiberuflichkeit, auch bei der Suche nach Praktikumsstellen hilft die Zentrale. Kernstück des Projekts ist die Internetseite www.hebammenzentrale-region-hannover.de.

„Als freiberufliche Hebamme musste ich früher selbst jeden Tag vielen Frauen absagen, das war frustrierend für die Frauen. Hebammensuche soll keinen Frust auslösen – unsere Homepage zeigt auf einen Blick, welche Hebammen wo verfügbar sind. Wichtig ist, dass wir die Hebammen ins Boot holen und so viele wie möglich mitmachen und sich registrieren!“, sagt Christina Aust, die in den vergangenen Wochen in der Region unterwegs war, um auf das neue Angebot aufmerksam zu machen.

Zum offiziellen Auftakt gibt es am Montagabend, 19. August, außerdem eine große Infoveranstaltung für freiberufliche Hebammen aus der Region.

HCN/kk

Teilen Sie diesen Beitrag: